D´ Ebenschwanger und ihr Kräutergartl in Neunburg vorm Wald 
 

Mein kleiner Kräuter-Reigen 

Reigen“ ist ein etwas altmodisches, poetisches Wort. Es bedeutet ursprünglich Tanzkreis bzw. gemeinsamer Tanz, bei dem sich Menschen im Kreis bewegen. Für mich bewegt sich die Natur stets im Kreis und gerade die Unkräuter sind hierbei wichtige Gefährten.


Wenn der Holunder die Schwelle hütet – Eine Oberpfälzer Kräutergeschichte
Zwischen sanften Hügeln und dunklen Wäldern der Oberpfalz ranken sich seit Jahrhunderten Geschichten um den Holunderstrauch. Für viele war er nicht nur eine Pflanze, sondern ein Tor zwischen den Welten – ein Platz, an dem das Heim mit der Natur und dem Geistigen verbunden blieb.
Sage & Volksglaube
Alte Überlieferungen erzählen, dass unter jedem Holunderbusch die „Frau Holle“ wohne, Hüterin der Pflanzen- und Menschenkinder. Wer einen Holunder fällte, ohne sich zu verbeugen und um Erlaubnis zu bitten, riskierte Krankheit oder Unglück.
Darum pflanzte man den Busch gern an den Hauseingang: Er sollte böse Geister abhalten und den Bewohnern Gesundheit schenken.
Praktisches Wissen damals & heute
Früher kochte man aus den Blüten einen Sirup gegen Husten und Fieber. Die dunklen Beeren nutzte man als natürliches Färbemittel für Stoffe – und als Vitaminquelle im Winter.
Heute wissen wir, dass Holunder reich an Vitamin C und antioxidativen Stoffen ist, die tatsächlich das Immunsystem unterstützen können.
Zum Schluss ein Tipp:
„Probier doch einen einfachen Holunderblütensirup – aber denk daran, beim Pflücken leise ‚Danke‘ zu sagen. Nicht aus Aberglauben, sondern aus Respekt vor einer Pflanze, die Generationen genährt und beschützt hat.“



Wenn das Johanniskraut die Sonne küsst – Geschichten aus der Oberpfalz
Wenn du im Juni durch die Wiesen der Oberpfalz streifst, wirst du sie kaum übersehen: leuchtend gelb, wie kleine Sonnenblumen, die am Boden tanzen – das Johanniskraut. Schon unsere Vorfahren wussten: Diese Pflanze ist mehr als nur ein hübsches Gewächs. Sie bringt Licht in dunkle Tage, sowohl im Garten als auch im Herzen.
Sage & Volksglaube
Es heißt, das Johanniskraut sei ein „Sonnenkraut“. Wer es zur Sommersonnenwende pflückt, kann böse Geister vertreiben und sich vor Unglück schützen. Manche Legenden erzählen, dass man einen kleinen Zweig unter das Kopfkissen legen sollte, um schlechte Träume zu vertreiben – und tatsächlich: Schon allein der goldene Glanz macht fröhlich.
Früher wurden Johanniskraut-Öle und -Tinkturen hergestellt, um Wunden zu heilen und trübe Gedanken zu vertreiben. Ein Kräuterwissen, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde.
Praktisches Wissen damals & heute
Johanniskrautöl kann man auch heute noch einfach selbst herstellen: Blüten sammeln, in Olivenöl einlegen, 4–6 Wochen ziehen lassen – fertig ist dein „Sonnenelixier“ für kleine Wunden oder Muskelverspannungen.
Und für die Seele? Ein Tee aus den Blütenblättern wirkt beruhigend und hebt die Stimmung – perfekt, wenn der Alltag mal wieder grauer scheint als die Oberpfälzer Wälder im November.
Probier es aus: Sammle einige Blüten, lege sie in dein Lieblingsöl oder bereite einen Tee zu. Und während du das tust, erinnere dich daran: Dieses Kraut hat Generationen begleitet, beschützt und die Sonne in die Häuser geholt. Ein kleines Ritual, das dich mit der Natur verbindet – und vielleicht mit ein bisschen Oberpfälzer Magie.



Wenn der Beifuß den Weg begleitet – alte Kräutermagie aus der Oberpfalz
Stell dir vor, du gehst durch die Wiesen oder den Waldrand in der Oberpfalz und stößt auf einen krautigen Strauch mit silbrig-grünen Blättern und leicht bitterem Duft – das ist Beifuß. Für unsere Vorfahren war er mehr als nur ein Wildkraut. Er beschützte, reinigte und begleitete sie auf vielen Wegen.
Sage & Volksglaube
Beifuß galt als mächtiges Schutzkraut. Man legte ihn über Türen, in Körbe oder mit auf Reisen, um böse Geister fernzuhalten. Besonders bei Neugeborenen kam Beifuß zum Einsatz – er sollte sie vor Krankheit und Unheil bewahren.
In manchen alten Erzählungen der Oberpfalz heißt es sogar, dass Beifuß die „Lebenskraft“ in den Menschen stärkt und Schwäche vertreibt. Wer sich an den Beifuß wendet, spürt ein stilles, beruhigendes Bewusstsein für die Natur.
Praktisches Wissen damals & heute
Früher wurde Beifuß als Räucherkraut verwendet – zum Schutz, zur Reinigung und für rituelle Feste. Heute kannst du das auch machen: Ein paar Zweige trocknen, räuchern und dabei tief durchatmen – es wirkt fast wie Meditation.
Auch in der Küche ist Beifuß ein Geheimtipp: Ein kleines bisschen Beifuß in Suppen, Braten oder Eintöpfen bringt Würze und erinnert an alte Traditionen.
Wenn ich Beifuß im Garten oder beim Wandern pflücke, schließe ich kurz die Augen und atme den leicht herben Duft ein. Es fühlt sich an wie eine Umarmung der Natur: bodenständig, schützend und leise kraftvoll. Beifuß erinnert mich daran, langsamer zu gehen und die kleinen Dinge bewusst wahrzunehmen.
Trau dich: Pflücke ein paar Blätter, trockne sie und probiere sie als Räucherwerk oder in der Küche. Vielleicht spürst du die gleiche alte Magie, die schon die Oberpfälzer Generationen vor dir begleitet hat. Ein Kraut, das schützt, stärkt und den Alltag ein Stück weit verzaubert.



Wenn der Bärlauch aus dem Wald grüßt – Frühlingskraft aus der Oberpfalz
Wenn im Frühjahr die Wälder der Oberpfalz noch feucht und frisch riechen, strecken sich die ersten grünen Blätter des Bärlauchs aus dem Boden. Sein kräftiger Knoblauchduft kündigt den Frühling an und weckt alte Erinnerungen: Bärlauch war schon immer mehr als nur ein Wildkraut – er war das grüne Gold der Wälder.
Sage & Volksglaube
Man erzählte sich, dass Bären nach dem Winterschlaf die ersten frischen Blätter fraßen, um ihre Kräfte wieder aufzubauen – daher der Name. Wer Bärlauch sammelte, sollte leise sein und respektvoll pflücken, sonst würde er die Kraft der Pflanze nicht erhalten. Manche Familien legten ein Blatt unter das Kopfkissen, um Energie und Schutz zu erbitten.
Praktisches Wissen damals & heute
Bärlauch ist ein echtes Allround-Talent:
In der Küche: als Pesto, Suppe oder Kräuterbutter – unvergleichlich aromatisch.
Für die Gesundheit: wirkt blutdrucksenkend, antibakteriell und stärkt die Verdauung.
Tipps beim Sammeln:
Achte darauf, die Blätter vorsichtig zu pflücken, die Wurzeln zu schonen – so bleibt der Bärlauch auch im nächsten Jahr wieder da.
Geh hinaus, halte die Augen offen für die ersten grünen Blätter und nimm dir ein paar mit nach Hause. Und denk daran: ein bisschen Respekt vor der Natur und ein leises „Danke“ lassen die Kraft des Bärlauchs wirken – genau wie bei den Bären der Oberpfalz.



Wenn das Gänseblümchen lächelt – kleine Blüten mit großer Wirkung.
Auf fast jeder Wiese der Oberpfalz kannst du sie sehen: winzige, weiße Blüten mit gelber Mitte – die Gänseblümchen. Sie wirken so unscheinbar, und doch sind sie seit Jahrhunderten ein Symbol für Reinheit, Liebe und kleine Wunder der Natur.
Sage & Volksglaube
Man sagt, Gänseblümchen hätten magische Kräfte für die Liebe. Schon die Kinder früher spielten „er liebt mich, er liebt mich nicht“ – eine einfache, kleine Wahrsagerei mit großer Wirkung auf Herz und Hoffnung.
In alten Überlieferungen wurde die Blume auch als Schutz gegen Hexenzauber und Unglück genutzt. Wer Gänseblümchen im Haus hatte, galt als behütet.
Praktisches Wissen damals & heute
Kulinarisch: Junge Blätter in Salaten oder auf Butterbrote – zart und leicht würzig.
Heilkundlich: Tee aus den Blüten und Blättern hilft bei leichten Erkältungen, Husten oder zur Beruhigung.
Pflege & Sammeln: Die Blüten vorsichtig ernten, um die Wiese nicht zu schädigen. Sie wächst fast überall und ist sehr robust.
Schau dich auf deiner Wiese um, pflücke vorsichtig ein paar Gänseblümchen und mach einen Tee, einen Salat oder einfach einen kleinen Strauß. Lass dich von der Magie dieser kleinen Blüten verzaubern – wie schon Generationen vor dir.



Wenn die Königskerze emporragt – ein Turm aus Licht und Heilkraft
Hoch über den Wiesen der Oberpfalz ragt sie stolz empor: die Königskerze. Mit ihren gelben Blüten wie ein Sonnenstrahl ist sie ein Blickfang – und schon seit Jahrhunderten eine geschätzte Heilpflanze für Körper und Geist.
Sage & Volksglaube
Die Königskerze galt als „Wachstumsmagierin“: Wer ihre Blütenpflanzen am Haus hatte, sollte Wohlstand, Gesundheit und Schutz vor Krankheiten erhalten. In alten Geschichten wird erzählt, dass sie Sonnenkraft speichert – daher ihre strahlend gelbe Farbe – und diese Kraft an die Menschen abgibt, die sie achten.
Praktisches Wissen damals & heute
Heilkundlich: Tee aus Blüten oder Blättern wirkt bei Husten, Erkältung und Halsweh.
Anwendung: Blüten für Salben, Tinkturen oder als Zusatz im Kräuterbad.
Pflege & Sammeln: Die Pflanze liebt sonnige Plätze, und die Blüten sollten vor der vollen Blüte geerntet werden, dann sind sie am wirksamsten.
Wenn ich an einer Wiese vorbeikomme, auf der die Königskerzen hoch in den Himmel ragen, fühle ich mich gleich gestärkt. Ich pflücke vorsichtig ein paar Blüten und bereite einen Tee zu – der Duft und Geschmack erinnern an Sonne, Wärme und die Kraft der Natur.
Geh hinaus, entdecke die leuchtenden Blüten der Königskerze und probiere einen Tee oder eine Salbe.


Lass dich von ihrer Sonnenkraft berühren – ein bisschen Oberpfälzer Magie, die Körper und Seele stärkt.


Wenn der Frauenmantel die Kraft entfaltet – geheimnisvolles Kraut der Oberpfalz
Auf feuchten Wiesen und Waldrändern der Oberpfalz entdeckst du die kleinen, handförmigen Blätter des Frauenmantels, die wie schützende Schalen wirken. Schon seit Jahrhunderten ist Frauenmantel eine der wichtigsten Heilpflanzen für Frauen – und ein Symbol für Schutz, Fürsorge und weibliche Kraft.
Sage & Volksglaube
Der Frauenmantel galt als Schutzkraut für Frauen bei Schwangerschaft, Geburt und Menstruation. Es hieß, wer einen Tee aus den Blättern trank oder ein Blatt am Körper trug, sei vor Unheil bewahrt. In manchen alten Überlieferungen wurde Frauenmantel sogar in Ritualen eingesetzt, um Haus und Familie zu schützen.
Praktisches Wissen damals & heute
Heilkundlich: Frauenmanteltee hilft bei Menstruationsbeschwerden, fördert die Gebärmuttergesundheit und unterstützt sanft den Zyklus.
Geh hinaus, entdecke den Frauenmantel auf Wiesen oder in deinem Garten, und probiere einen Tee oder eine Tinktur. Spüre, wie schon Generationen von Frauen vor dir die Kraft dieser Pflanze genutzt haben – für Schutz, Ruhe und ein bisschen Oberpfälzer Naturmagie.




Wenn die Eberesche leuchtet – rote Früchte voller Schutz und Magie
Im Herbst färben sich die Beeren der Eberesche leuchtend rot – ein kleines Feuerwerk auf den Wiesen und Waldrändern der Oberpfalz. Schon seit Jahrhunderten galt die Eberesche als Schutzbaum und Fruchtträger, der Menschen, Haus und Hof bewahrt.
Sage & Volksglaube. Man erzählt, dass die Eberesche die Menschen vor Blitz, Hexen und bösen Geistern schützt. Die auffälligen roten Früchte sollten das Böse abwehren und Glück ins Haus bringen. Früher hängte man kleine Zweige über Türen oder Fenster, um Haus und Tiere zu schützen.
Praktisches Wissen damals & heute
Kulinarisch: Aus den Früchten kann man Marmelade, Gelee oder Likör herstellen – bitter, aber köstlich nach etwas Frost oder Trocknung.
Heilkundlich: Ebereschenbeeren enthalten Vitamin C, wirken leicht harntreibend und stärken die Abwehrkräfte.
Tipp beim Sammeln: Beeren erst nach dem ersten Frost pflücken – dann sind sie süßer und milder.
Geh hinaus, entdecke die Eberesche auf Wiesen oder am Waldrand und probiere die Früchte in Gelee oder Likör. Spüre die alte Magie und den Schutz, den Generationen vor dir geschätzt haben – und genieße gleichzeitig einen kleinen kulinarischen Schatz.



Wenn die Schlehe schwarz leuchtet – wilde Kraft aus der Oberpfalz.
Im späten Herbst und frühen Winter hängen die Schlehen wie kleine schwarze Juwelen an den Sträuchern. Auf den ersten Blick unscheinbar, sind sie doch ein Kraftpaket für Körper und Seele – und ein Symbol für Ausdauer und Schutz in alten Oberpfälzer Geschichten.
Sage & Volksglaube. Die Schlehe galt als Schutzpflanze gegen Unglück und böse Geister. In alten Überlieferungen pflanzte man Sträucher am Hof oder sammelte die Früchte für Rituale, um das Haus zu sichern. Manche sagten, dass Schlehen die Grenze zwischen Mensch und Natur bewachen – wer ihre Kraft achtet, bleibt verschont.
Praktisches Wissen damals & heute
Kulinarisch: Schlehen sind sehr herb, eignen sich aber hervorragend für Likör, Marmelade oder Chutney.
Heilkundlich: Früchte und Rinde wirken leicht abführend, unterstützen die Verdauung und stärken das Immunsystem.
Tipp beim Sammeln: Schlehen sollten nach dem ersten Frost geerntet werden – dann verlieren sie ihre extreme Bitterkeit und entfalten ihr volles Aroma.
Entdecke die Schlehe auf Wiesen und Waldrändern, probiere die Früchte in Marmelade oder Likör und spüre, wie schon Generationen in der Oberpfalz ihre wilde Kraft genutzt haben. Ein Stück Natur, das schützt, nährt und verzaubert.